Dasha Tsapenko

Lovaratory

Bild: Dasha Tsapenko

Lovaratory ist eine Plattform für räumliche Erkundungen, die auf Forschungsergebnissen aus dem Bereich der vielmenschlichen Liebesbeziehungen im post-romantischen Zeitalter einer rapiden technologischen Beschleunigung und globalen Digitalisierung beruhen. Lovaratory untersucht alternative Beziehungsformen und Familienstrukturen. Das Projekt lotet alternative Formen der Liebe aus der Perspektive neu aufkommender räumlicher Komponenten aus. Es analysiert verschiedene Typen liebesbasierter Haushalte und macht sie zum Ausgangspunkt für die Schaffung von häuslichen Umgebungen und neuen Wohntypen, die zukünftig zu Lebensräumen werden könnten.

Im Rahmen von Housing the Human weitet Lovaratory seine bisherige Forschungsarbeit aus und untersucht anhand einer praktischen empirischen Studie die räumlichen Komponenten verschiedener Typen polyamorer Haushalte (Polygamie, Polyandrie, Polyamorie, Solo-Polyamorie, „V“ und „M“ Beziehungen, Dreiecks- und Viereckbeziehnungen, Beziehungsanarchie u.s.w.). Ziel ist es, so ein neues und potenziell umsetzbares häusliches Vokabular zu schaffen.

Dasha Tsapenko (UA, NL) ist eine in der Ukraine geborene und heute in den Niederlanden lebende Architektin und Spezialistin für soziale Designs. Sie hat Architektur an der National Academy of Fine Arts and Architecture in der Ukraine studiert und zusätzlich an der Design-Akadmie in Eindhoven einen Master in Social Design gemacht. Momentan ist sie Designer in Residence an der Van Eyck Akadmie in Maastricht, wo sie sich mit der Rolle privater Häuslichkeit in Bezug auf räumliche Beschränkungen und Abgrenzungen beschäftigt.

Ihre Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf den häuslichen Raum und untersuchen ihn auf einer sehr kleinteiligen Ebene: So nimmt sie zum Beispiel die einzelnen Bestandteile eines Hauses auseinander und betrachtet sie als alleinstehende räumliche Handlungsformen. Durch die Verwendung verschiedener künstlerischer und gestalterischer Medien legt Tsapenko das Augenmerk auf Hindernisse und Einschränkungen, denen ihrer Meinung nach in der gegenwärtigen Welt extremer Freiheiten und Möglichkeiten nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zuteil wird. Auf diese Weise reflektiert sie ihren eigenen Traum von der Durchsetzung eines freien Willens durch intensive körperliche Erfahrungen.

01 März 2019

Wie hat sich der Prototyp in den letzten Monaten entwickelt?

Die Präsentation auf dem Architekturfestival CAFx in Kopenhagen gibt Einblicke in den Arbeitsprozess

Was kann eine beiderseitig definierte Beziehung zwischen Wohnlandschaft und Romantik sein, und wie kann eine bestimmte romantische Beziehung diese Landschaft entstehen lassen, verändern , beeinflussen oder auch zerstören? Beeinflusst die Vorstellung von romantischer Liebe und ihr durch Medien geprägtes Bild unsere Inneneinrichtung und unser Wohnerleben?

Im Rahmen seiner kontinuierlichen Forschung möchte LOVARATORY mit den Besuchern des Copenhagen Architecture Festival (CAFx) herausfinden, wie sich unsere verschiedenartigen Liebesbeziehungen in Wohneinrichtungen manifestieren können. In einer Performance-Reihe testen die Besucher in einem lebensgroßen Raum neue Modelle und Szenarien. Die dabei zum Einsatz kommenden austauschbaren und miteinander verbundenen Requisiten für Singles, Paare und Gruppen stellen den Körper vor ungewöhnliche Herausforderungen.

Diese Projektphase soll aufzeigen, wie über eine wortlose Körpersprache in Beziehungen alltägliche, häusliche Machtstrukturen konstruiert werden.