Simone C Niquille / Technoflesh

Regarding the Pain of SpotMini

Simone C Niquille/Technoflesh, Depth map of Boston Dynamics’ test house for SpotMini, 2018. Bild: Simone C Niquille

Regarding the Pain of SpotMini ist Teil eines fortlaufenden Forschungsprojekts. Es untersucht die Rechenschaftspflicht von Datenbanken, die Arbeitsabläufe in parametrischen Designs und deren Ursprünge in Bemessungs- und Klassifikationssystemen, die in Europa im 16. Jahrhundert etabliert wurden
.

Autonome Systeme werden mit einem computerisierten Sichtsystem ausgestattet, mit dem sie sich in ihrer gebauten Umgebung zurechtfinden können. Solch einem maschinell hergestellten Sichtsystem muss alles über die Welt, in dem es operiert, beigebracht werden: ein autonomer Roboter, der durch eine häusliche Umgebung fährt, muss lernen, was ein Stuhl, was ein Esszimmer und was ein Mensch ist. Für diesen Zweck werden große Trainingsdatenbanken angelegt. Die Vision einer post-menschlichen Architektur, in der Menschen und autonome Maschinen zusammenleben, zeigt, wie hyper-standardisiert und exklusiv solch eine Architektur aussehen müsste. Welches Bild nutzt man, um einem computerisierten Sichtsystem beizubringen, was ein Mensch ist?

Simone C Niquille (CH, NL) ist eine in Amsterdam lebende Designerin und Wissenschaftlerin. Ihre Agentur Technoflesh untersucht die Reibungsfläche zwischen Digitalisierung und Biomasse in vernetzten Räumen. Niquille hat an der Rhode Island School of Design Grafikdesign studiert und am Sandberg Institut in Amsterdam ihren Master in Visual Strategies gemacht. Sie unterrichtet Designforschung an der ArtEZ University of the Arts in Arnhem und war 2016 Stipendiatin am Het Nieuwe Institut in Rotterdam. Simone C Niquille wurde beauftragt, für den niederländischen Pavillon auf der Architektur-Biennale in Venedig ein Design zu entwerfen. Momentan arbeitet sie an einem Projekt, das Lebensstandards untersucht und dabei erforscht, wie diese in parametrische Designprozesse eingebunden sind.